Dienstag, 23. September 2008

How to move into a new apartement

Auf viele Dinge war ich ja vorbereitet, und auf manche hätte ich wohl vorbereitet sein können, wäre da nicht diese romantische Vorstellung von einer etwas dreckigen aber gemütlichen Wohnung in meinem Kopf gewesen. Aber: ein Bad, das aus einer Toilette besteht, über der ein kaputter Duschkopf hängt. Gehe ich also immer mit den dreckigen Schuhen aufs Klo oder hole ich mir immer nasse Socken? Und wo verdammt nochmal lagere ich das Klopapier – in der Dusche?
Immerhin gibt es ein Wasch-/Spülbecken in der Küche, eine Waschmaschine, einen Wok, Schälchen (keine Becher) und einen ziemlich neuen Kühlschrank.
Eigentlich sind die Chinesen sowieso ziemlich unsparsam was elektronische Dinge angeht. Fernseher, Computer, alles da (Hab sie noch nicht ausprobiert.) Und waren ganz angetan, als sie erfahren haben, dass ich einen Laptop habe, der Computer “works not very well most of the time”; auch genannt geht garnicht an. ;) Genug Berichte über meine erste eigene Wohnung, bestimmt größer als alle euere (mit Balkon, 3 Zimmer, Küchen, Bad) und mit vielen weißen Wänden, bei denen ich noch keine Ahnung habe, wie ich sie schmücken könnte. (Einziger Schmuck: ein kleiner Plastikweihnachtsbaum, ein Nikolaus, Poster von: einer chinesischen Girlgroup, Dirk Nowitzki, Mao, Marx, den Herren daneben vermute ich dann mal als Engels - hat der kurze grau-weiße Haare? - und den älteren unbekannten Chinesen kann ich nicht identifizieren.)
Falls der Rest der Woche noch jemanden interessiert: Hong Kong war ziemlich cool. Die edelen Gegenden sehen genauso aus wie NYC, schicke Businesshochhäuser mit kunstvoller Beleuchtung. Die nicht so teuren bestehen aus breiten Bügersteigen, rücksichtslosem Linksverkehr, Essensständen mit unidentifizierbaren Spießen; kleine chinesische Apotheken verkaufen keine getrocknete Fische und Restaurants die normale Reispfanne, aber auch Fischköpfe mit.. ich wills nicht wissen. Nicht zu vergessen: viele riesige Leuchtschriften die für uns Europäer einfach nicht zu entziffern waren.
Hightlights:
- Victorias Peak: eine kleine Bahn fährt alle Bezahlwilligen auf einen Berg, von dem aus man die ganze Stadt sehen kann. Vor allem bei Nacht super, spart den Hubschrauberrundflug.
- Hafenrundfahrt: HK am Tage vom Wasser aus ist auch ein schöner Ausblick (solange man dem sehr dreckigen Wasser nicht zu viel Aufmerksamkeit schenkt), außerdem haben wir die deutschen Paralympic-Reiter auf dem Boot getroffen. War mein persönliches Highlight, auch wenn die meisten anderen das nicht so spannend fanden, leider fangen die Spiele erst Samstag an, also einen Tag nach unserem Abflug. Viel Glück nach Hong Kong an dieser Stelle (hilft bestimmt ;)).
- SoHo: Schöne Kneipen, tolle keine Sträßchen, europäische Preise.
- alle Klimaanlagen
- Der Nachtmarkt: viel billiger schöner Schmuck; Qualität: Made in China.
Bestätigte Vorurteile:
- Ich will keine Strichliste machen, wie viele riesige Kakerlaken ich schon gesehen habe.
- Die Luftfeuchtigkeit macht 30° warme Luft wirklich unerträglich.
- Ich wusste nicht dass Straßen so nach Essen riechen können.
- Oder dass es bei so wenig Sonne so warm sein kann. (Was dann aber erklärt, dass es Nachts nicht kälter wird.)
- Es ist wirklich niemand freundlicher als die Chinesen, oder lächelt so oft.
- Die Uniformierten stehen ganz streng auf einer Stelle wie die Militärmännchen in Prag oder London vor den Schlössern :D. (Und davon gibts auch ziemlich viele! Wobei ich mich frage, warum auf einen Flughafen Militär steht? Oder würden Polizisten auch Aufrecht einfrieren?)
- Fast niemand kann Englisch.
- Ich verstehe wirklich nichts. Außer Xìexìe. Das heißt danke. Und Ni hào ma? (Oder wie uns der nette Concierge aufgeschrieben hat: Lee ho ma? ) - heißt: Wie gehts.

Genug der Langeweile, so viel wollt ihr bestimmt alle garnicht lesen. Langweiliges Zeug ;)
Hier sind aber noch ein Paar hard facts bezgl. Schule: ich unterrichte erst ab Montag in 8 Tagen, darf die erste Woche mit in andere Stunden gehen und zugucken, wie das alles so funktioniert. Ca. 15 Stunden die Woche. Daniel und ich sind ein “Team” und Steffi und Susan, was genau das heißt weiß ich vielleicht morgen. Vielleicht Teilen wir uns die Klassen?

Damit erstmal Schluss und schöne Grüße aus Liuzhou (die Stadt kenne ich nur vom im Dunkeln durchfahren) und der zu leeren Wohnung ohne Mülleimer.

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